Werte und Geschichte

Unsere Genossenschaft steht für ein klares Werteverständnis, das seit jeher die Grundlage unseres Handelns bildet. Gleichzeitig zeigt unsere Entwicklungsgeschichte, wie aus gemeinsamen Überzeugungen nachhaltige Strukturen gewachsen sind. Werte und Geschichte greifen dabei nahtlos ineinander – sie erklären, woher wir kommen, und definieren, wohin wir uns weiterentwickeln.

Werte, Philosophie und Vision

Was uns wichtig ist für ein gutes Miteinander

Unsere Werte und Ziele bestimmen, wie wir in der Genossenschaft handeln und miteinander umgehen. Sie schaffen Orientierung, leiten unser Handeln und schaffen ein Umfeld, in dem sich alle wohlfühlen.
 

Einen umfassenden Einblick in unsere Grundwerte und Ziele finden Sie auf der Seite Zusammenleben. Dort ist auch unser Leitbild im Detail beschrieben. Werfen Sie zudem auch gerne einen Blick auf unsere Statuten.

Geschichte

Von gestern bis morgen

Von den ersten Häusern an der Langgasse bis zu 390 Wohnungen: Unsere Chronik erzählt, wie aus einer kleinen Genossenschaft ein lebendiger Wohnbauverband gewachsen ist.


1920

Die Idee

Nach dem Ersten Weltkrieg und der Spanischen Grippe herrschte in Winterthur grosse Wohnungsnot. Viele Familien lebten auf engstem Raum, die Hygienestandards waren niedrig, und Strom- sowie Wasserversorgung funktionierten oft nur eingeschränkt. Private bauten wegen der knappen Ressourcen kaum noch. In dieser schwierigen Zeit gewann der genossenschaftliche Gedanke – ursprünglich aus England – auch in der Schweiz an Kraft: Menschen schlossen sich zusammen, um gemeinsam bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und das Leben wieder lebenswerter zu machen.

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1921

Gründung

Am 16. Juni 1921 wurde die Wohnbaugenossenschaft Waldheim Winterthur von christlichsozialen Kreisen ins Leben gerufen – die erste ihrer Art in Winterthur und ein praktischer Weg zur Selbsthilfe. Den ersten Vorsitz übernahm Konrad Müller, der die Genossenschaft über drei Jahrzehnte hinweg prägte. Gestartet wurde mit 36 Mitgliedern und 88 Anteilscheinen, die den Grundstein für eine gemeinsame Zukunft legten.

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1921/22

Erste Wohnungen

Dank Subventionen von Bund, Kanton und Stadt konnte die junge Genossenschaft noch im ersten Jahr Bauland an der Langgasse erwerben. Dort entstand die Wohnkolonie Langgasse mit 17 Häusern, 33 Wohnungen und einem Ladenlokal. Eine Dreizimmerwohnung kostete damals rund 1100 bis 1200 Franken Miete – pro Jahr!

1921 –
1945

Alltag in den ersten Häusern

Bereits 1924 mussten wir die Hälfte der Häuser an die Genossenschaft Konkordia verkaufen. Protokolle der Generalversammlungen zeigen: Das Zusammenleben war lebendig – und nicht immer konfliktfrei. Themen wie Lärm oder die Nutzung gemeinsamer Räume wie Waschraum oder Garten führten immer wieder zu hitzigen Diskussionen.

Bis 1933 wuchs die Genossenschaft auf 254 Mitglieder an. Doch der Zweite Weltkrieg brachte erneut harte Zeiten: Wohnungsnot, sinkende Löhne, Arbeitslosigkeit sowie Material- und Handwerkermangel erschwerten den Alltag und verhinderten neue Bauprojekte.

1949

Verkauf der ersten Häuser

Die schwierigen Kriegsjahre führten 1949 zum Verkauf der verbliebenen Häuser an der Langgasse. Die Genossenschafterinnen und Genossenschafter hatten ein Vorkaufsrecht, und ein Haus kostete damals 31'000 Franken. Dieser Schritt bedeutete jedoch nicht das Ende der Genossenschaft – im Gegenteil: Er öffnete den Weg für neue Bauprojekte und für weiteren bezahlbaren Wohnraum.

1953

Neubeginn an der Weberstrasse

1953 begann für uns ein neues Kapitel: An der Weberstrasse 71–77 entstanden zwei Häuser mit insgesamt 24 Wohnungen, die bereits 1954 bezogen werden konnten. Die Lage galt damals als besonders ruhig und attraktiv. In den Medien wurden die Wohnungen mit dem Versprechen beworben: «Gesund, heimelig und preiswert wohnen» – das Interesse war entsprechend gross.

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1954 –
1956

Weiteres Wachstum

Nach 33 Jahren übergab 1954 Konrad Müller das Amt des Präsidenten an Alfons Niedermann. Unter seiner Leitung nutzte die Genossenschaft eine städtische Initiative für günstige Familienwohnungen: Gemeinsam mit anderen Genossenschaften erwarben wir Bauland und bauten neue Wohnungen. An der Weberstrasse entstanden so insgesamt 96 Wohnungen, davon 22 durch die WGW. Die Nachfrage war hoch – besonders geschätzt wurde der moderne Komfort: Gasherd, Gasofen, Waschautomaten und eine zentrale Ölheizung machten das Wohnen praktischer.

1959

Wohnkolonie Hörnlistrasse

Für unsere 30 Wohnungen an der Hörnlistrasse, die wir damals bauen liessen, lautete die Ausschreibung folgendermassen: «Alle Wohnungen haben einen Balkon und sind zweckmässig ausgebaut: Küche mit Gasherd, Schwedenkästen, Besenkasten, Platz für Kühlschrank (jedoch ohne solchen), im Korridor grosser Wandschrank, zentrale Ölheizung mit Warmwasseraufbereitung für Küche und Bad (ganzjährig), Waschküche mit vollautomatischer Waschmaschine und sep. Schwinge auf 15 Wohnungen sowie separates Keller- und Windenanteil». Die Vermietung erfolgte nach Subventionsvorgaben, die Bruttoeinkommen und Anzahl der Bewohnenden regelten.

1963

Bezug Hegistrasse

1963 bezogen die ersten Familien die Liegenschaft an der Hegistrasse 43 mit 9 Wohnungen. Das Haus entstand in Zusammenarbeit mit anderen Genossenschaften und fügt sich in eine Siedlung ein.

1966

Grossprojekt «Grüzefeld»

Als Winterthur weiter wuchs, entstand das Grossprojekt «Grüzefeld» in enger Zusammenarbeit mit den Genossenschaften GWG, HGW und GAIWO. Das Siegerprojekt des städtischen Wettbewerbs wurde mit vorfabrizierten Elementen und künstlerischem Anspruch umgesetzt, damals eine spektakuläre Lösung. Neu gehörten 65 Wohnungen an der Hulfteggstrasse 35–47 und 30 Wohnungen am Strahleggweg 28/30 zu unserem Bestand.

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1969

Wechsel im Präsidium

Nach dem Tod von Alfons Niedermann übernahm Max Füglister interimistisch das Präsidium. Unter der Führung von Niedermann haben wir unser Wohnungsangebot von 24 auf 180 Wohnungen ausgebaut – ein beachtliches Wachstum.

1970

Neue Beschwerdekommission

An der Wässerwiesenstrasse 78 entstanden 24 neue Wohnungen – möglich gemacht durch ein erstes Baulandangebot der Architektengemeinschaft Wässerwiesen. Gemeinsam mit der Baugenossenschaft Allmend und der GWG haben wir die Überbauung geplant und realisiert. Im selben Jahr wurde zudem die Beschwerdekommission ins Leben gerufen.

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1971 –
1973

Erste Frau im Gremium

Mit Christian Mannhart erhielt die Genossenschaft einen neuen Präsidenten. Zu dieser Zeit kam es zudem zu einem Novum: Mit Frau Egli übernahm zum ersten Mal eine Frau einen offiziellen Posten in einem unserer Gremien – sie wurde in die Beschwerdekommission gewählt.

1978

Siedlung Auf Pünten

Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten realisierten wir in Zusammenarbeit mit GWG und der Genossenschaft Talgut die Siedlung Auf Pünten in Seen mit insgesamt 18 Wohnungen.

1982

Liegenschaft Im Grüntal

Mit dem Bezug der 12 Wohnungen im Grüntal in Seen wurde unser Angebot in diesem Quartier sinnvoll erweitert.

1989

Liegenschaft Ruchwiesen

In Zusammenarbeit mit den Genossenschaften HGW und GWG entstand an der Ruchwiesenstrasse in Zinzikon eine neue Siedlung. Die Liegenschaft mit der Hausnummer 45 und 47 mit total 14 Wohnungen gehört seither zu unserer Genossenschaft.

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1991 –
1997

75-jähriges Jubiläum

Unser 75-jähriges Bestehen feierten wir im grossen Stil und mit 360 Gästen. Gleichzeitig erreichten wir einen wichtigen Meilenstein: Sämtliche Subventionen konnten zurückbezahlt werden. Das verschaffte uns mehr Spielraum in der Vermietung und eröffnete neue Möglichkeiten. Durch das damalige Überangebot an Wohnungen verbesserten sich zudem die Chancen bei der Vergabe, und Leerstände konnten spürbar reduziert werden.

2001

Liegenschaft Tösstalstrasse

2001 kauften wir die Liegenschaft Tösstalstrasse 286/288 mit 14 Wohnungen. Vier Jahre danach folgt der Zukauf des Nachbarhauses Tösstalstrasse 290 mit 6 weiteren Wohnungen.
 

Mit dem Kauf der Liegenschaft an der Tösstalstrasse 286/288 mit 14 Wohnungen erweiterten wir unseren Bestand gezielt. Vier Jahre später folgte mit dem Nachbarhaus an der Tösstalstrasse 290 und weiteren 6 Wohnungen ein nächster Schritt und eine sinnvolle Ergänzung.

2003

Wechsel im Präsidium

Nach 32 Jahren übergab Christian Mannhart das Präsidium an seinen bisherigen Vize Heinz Müller. Die Vizepräsidentschaft übernahmen neu Robert Gubser und Urs Leu gemeinsam. Auch im Aufsichtsrat kam es zu einem Wechsel: Nach 49 Jahren trat Norbert Burkart zurück, sein Amt übernahm Hansjörg Suter.

2007

Bezug in Kollbrunn

Aufgrund der hohen Bodenpreise in der Umgebung von Winterthur kauften wir erstmals Bauland ausserhalb der Stadt. An der Haspelstrasse 3–9 entstanden so vier 6-Familienhäuser auf Hanglage, die Platz für insgesamt 24 Wohnungen bieten. Während des Bauens merkten wir rasch, dass die Hanglage so einige bauliche Herausforderungen mit sich bringt.

2008 – 2012

Professionalisierung

Mit der Einführung des neuen Revisionsrechts wurde der Aufsichtsrat aufgelöst und seine Aufgaben an ein externes Treuhandbüro übertragen. 2008 wählten wir mit Asiye Suter die erste Frau in den Vorstand. Im selben Jahr übernahm Urs Leu das Präsidium von Heinz Müller. Mit steigenden Anforderungen und wachsender Verwaltungslast professionalisierten wir uns weiter und schufen 2012 eine Teilzeitstelle in der Geschäftsstelle.

2012

15 neue Wohnungen

Mit dem Kauf der Liegenschaft an der Bollstrasse 19/21 mit 15 Wohnungen erweiterten wir unseren Bestand erneut. Aufgrund ihres Zustands wurde das Gebäude umfassend saniert und fit für die Zukunft gemacht.

2014

Erwerb Eckwiesenstrasse

Mit der Liegenschaft an der Eckwiesenstrasse in Wülflingen kamen 10 weitere Wohnungen zu unserem Bestand hinzu. Durch die anschliessende Sanierung konnten wir unser Wohnangebot gezielt erweitern und weiterentwickeln.

2017

Fünf Reihenhäuser

Mit dem Kauf der Liegenschaft an der Haldenstrasse 32–40, in unmittelbarer Nähe zum Kantonsspital Winterthur, hielten erstmals fünf Reihenhäuser mit eigenen Gärten Einzug in unser Portfolio.

2019/2020

Ersatzneubau Weberstrasse

Die Weberstrasse 72 haben wir als erste Liegenschaft vollständig zurückgebaut und durch einen Neubau mit 12 modernen Wohnungen ersetzt.

2021

100 Jahre WGW

Nach 100 Jahren blickten wir auf eine bewegte Geschichte mit vielen Höhen und Herausforderungen zurück. Fünf Präsidenten sowie zahlreiche engagierte Vorstandsmitglieder haben mit Herzblut, Weitblick und sinnvoller Zusammenarbeit das Wachstum auf über 340 Wohnungen möglich gemacht – und damit ein Zuhause für rund 332 Menschen geschaffen.
 

Bei allem Wandel ist eines geblieben: unser Anspruch, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die Menschen ins Zentrum zu stellen.

2023

Neubau Rütistrasse

Auf dem zuvor erworbenen Grundstück in Oberohringen entstanden drei Häuser mit insgesamt 20 Wohnungen, die mittlerweile bezogen sind.

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2025

Erste Präsidentin und Geschäftsführerin

Mit der Wahl von Sabine Binder übernimmt erstmals eine Frau das Präsidium der WGW. Gleichzeitig startet Natascha Vettiger als erste Geschäftsführerin ihre Tätigkeit. Zum ersten Mal in der Geschichte der WGW sind Geschäftsführung und Vorstand organisatorisch getrennt: Die Geschäftsstelle übernimmt die operative Arbeit, der Vorstand konzentriert sich auf die strategische Leitung.
 

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2025

Bestandserweiterung

Mit dem Erwerb der Liegenschaft Freihofstrasse 3 und 5 wächst der Bestand der WGW auf insgesamt 390 Wohnungen.

2026

Die WGW im neuen, frischen Look

Die WGW hat sich bewusst dazu entschieden, ihr Erscheinungsbild zu überarbeiten und zeitgemäss weiterzuentwickeln. Ziel war es, die Werte und die Identität der Genossenschaft visuell klarer, moderner und zukunftsorientierter zu kommunizieren. Das neue Design entstand in Zusammenarbeit mit Gabriela Martinelli und verbindet Bewährtes mit frischer Gestaltung.